was?
Im Schulunterricht wird Latein für gewöhnlich ausschließlich als Schriftsprache rezipiert, gelesen und ins Deutsche übersetzt. Die Projektgruppe bietet Schülern die Möglichkeit, Latein als eine lebendige, sprechbare Sprache kennenzulernen, in der auch eine aktive Kommunikation möglich ist.
Die Projektgruppe besucht auf Einladung von Lateinlehrern einzelne Lerngruppen in ihrer Schule.
wie?
Während der Veranstaltung wird nach der Immersionsmethode, die sich im Unterricht neuer Fremdsprachen bewährt hat, ausschließlich Latein gesprochen. Alle benötigten lateinischen Sätze und Vokabeln werden an Bildern gezeigt und erklärt, so dass Vorkenntnisse nicht erforderlich sind. Beim Erzählen von Bildergeschichten, Beschreiben von Szenen in Wimmelbildern und bei anderen Sprechübungen können jedoch auch weitere vorhandene Sprachkenntnisse angewendet und geübt werden.
Langfristig soll das Kursmaterial auf den Wortschatz der häufigsten Lehrbücher in S-H abgestimmt werden. So können die Schüler im Workshop selbst auf einen großen Wortschatz zurückgreifen. Durch die Verknüpfung mit dem gewohnten Schulunterricht werden langfristige Lerneffekte erzielt.
für wen?
Das Latine Loqui-Projekt richtet sich an Lateinklassen jeder Klassenstufe und Lateinlehrer im Raum Schleswig-Holstein, die ausprobieren möchten, die lateinische Sprache aktiv zu sprechen.
warum?
Ein Ziel des Lateinunterrichts ist es, an der lateinischen Sprache exemplarisch die Strukturen der meisten europäischen Sprachen zu vermitteln und „Sprache als Instrument des Denkens und der Kommunikation“ zu reflektieren (Lehrplan des Landes Schleswig-Holstein für die Sekundarstufe I). Da im Lateinunterricht deswegen die lateinische Sprache von einer sehr distanzierten, reflektierten Warte aus beobachtet wird und keine eigenen Gedanken in lateinischer Sprache formuliert werden, bleibt den Schülern ein Eintauchen in die Sprache verwehrt; das völlige Fehlen von aktiven Sprachkenntnissen erschwert jedoch auch das passive Verständnis lateinischer Texte.
Die Schüler machen im Workshop die Erfahrung, dass sie ihren passiven Wortschatz an gelernten Vokabeln aktiv in der Kommunikation anwenden und sich in der lateinischen Sprache verständigen können.
Diese Erfahrung wird erstens ihr Selbstvertrauen in ihre eigenen Sprachkompetenzen stärken. Zweitens werden die Schülerinnen und Schüler nach dieser Erfahrung die lateinische Sprache als weniger fremdartig betrachten und sich leichter darauf einlassen, in lateinischen Texten nicht nur die grammatikalischen Phänomene, sondern auch die Gedankengänge in den Texten nachzuvollziehen.
Wir möchten mit unserem Projekt erreichen, dass möglichst viele Schüler die lateinische Sprache mindestens einmal aktiv anwenden, um sie als das zu begreifen, was sie ist: nämlich eine Sprache, in der ursprünglich Muttersprachler, dann viele Jahrhunderte lang europäische Gelehrte ihre Gedanken verfasst und uns bis heute in Textform nachvollziehbar zugänglich gemacht haben.
was bisher?
Nach zwei Schulbesuchen im Sommer 2012 durch die Projektleiterin gab es positive Rückmeldung, Weiterempfehlungen und die Bitte um Wiederholung. Auch folgten mehrere interessierte Anfragen anderer Lateinlehrkräfte im Raum Schleswig-Holstein.
Diese positive Resonanz gab den Ausschlag, das junge Soloprojekt zu einem Gemeinschaftsprojekt mehrerer Studenten mit aktiven Lateinkenntnissen zu transformieren. Wir möchten ein gemeinsames Konzept entwickeln und die Workshops gemeinschaftlich an Schulen vorstellen. Der Vorteil ist hierbei zum einen, dass Dialoge leichter und natürlicher in verteilten Rollen vorgespielt werden können, um neue Wendungen einzuführen. Zweitens kann eine große Lerngruppe gerade bei wechselnden Methoden und Lernformen wie Partnerarbeit und Gruppengesprächen besser betreut werden als durch eine Einzelperson.
was weiter?
Wir suchen zur Zeit neue Teammitglieder, die an unserem Latine Loqui-Projekt mitwirken möchten. Die Workshops werden von den einladenden Schulen mit einem Honorar an die Projektkasse und einer Reisekostenerstattung vergütet. Es ist geplant, die Einnahmen des Projekts in die Verbesserung des Kursmaterials zu investieren.